background

Der Mietendeckel

21.08.2019

Schlecht für die Genossenschaften, schlecht für Berlin

Positionspapier August 2019

Wohnungsbaugenossenschaften sind für das soziale Berlin unverzichtbar. Seit über 130 Jahren prägen sie das Stadtbild der „Genossenschaftshauptstadt“. In rund 200.000 Wohnungen in allen Berliner Bezirken geben sie schätzungsweise 500.000 Berlinerinnen und Berlinern ein gutes, leistbares und sicheres Zuhause. Weil sie ihre Mieten – die Nutzungsentgelte – schon immer mit sozialem Augenmaß statt zur Profitmaximierung kalkulieren und nur mit Blick auf Investitionsbedürfnisse und Kostensteigerungen anheben, liegen ihre Bestandsmieten mit durchschnittlich 5,60 Euro nettokalt pro Quadratmeter um mehr als einen Euro unter dem Berliner Mietspiegeldurchschnitt. Auf das Jahr gerechnet ist das je Genossenschaftshaushalt eine Entlastung um über 800 Euro. Bei gleichzeitig gesetzlich verbriefter Mitbestimmung, lebenslangem Wohnrecht, starkem Quartiersengagement, lebendigen Nachbarschaften und überdurchschnittlichem Modernisierungsstand der Wohnungen ist klar, wieso Genossenschaftler im Schnitt nur alle 21 Jahre umziehen. Wohnungsgenossenschaften sind verlässliche Partnerinnen für eine sozial verantwortliche, nachhaltige Unternehmenspolitik für alle Generationen im wachsenden Berlin: im Schnitt reinvestieren sie von jedem eingenommenen Euro 80 Cent in Bestände und Neubau. 2018 haben sie mehr als 800 Mietwohnungen fertiggestellt, 2019 sollen es nochmal so viele sein.

Gemeinwohlorientierung, Solidarität, Selbstverwaltung und stadtentwicklungspolitische Verantwortung: das sind auch die Grundlagen, auf denen die Genossenschaftsidee 2016 von der UNESCO in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden ist – eine hohe Anerkennung und Ehre. Ausgerechnet für diese große soziale Erfolgsgeschichte hätte der vom Berliner Senat geplante „Mietendeckel“ besonders drastische Folgen und würde sie massiv bedrohen. Der Mietendeckel ist schlecht für Genossenschaften und Berlin. Die Genossenschaften erteilen ihm eine klare Absage.

Ausführliche Informationen finden Sie unter wbgd.de/berlin/mietendeckel sowie hier als PDF-Download.

zurück zur Übersicht