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Geschichte

Die fünfziger Jahre

Ideen für einen zügigen Wiederaufbau

Die Wohnungsnot war noch groß, alternative Lösungen mussten gefunden werden. 1953 beschloss der Ministerrat der DDR die Bildung von Arbeiterwohnungsbaugenossenschaften (AWG). Der fast 100 Jahre alte Genossenschaftsgedanke hielt auch in der DDR Einzug - wenn auch ohne die umfassenden Möglichkeiten der Mitbestimmung und Mitgestaltung der Mitglieder. 1954 wurde die AWG EKL gegründet, der Vorläufer der heutigen WGLi.

04. Juni 1954
Gründungsversammlung der Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft im VEB Elektrokohle Lichtenberg in Berlin (Statut der AWG Elektrokohle Lichtenberg wird einstimmig beschlossen)

18. Dezember 1954
Richtfest für den ersten Wohnblock der Genossenschaft auf dem Gelände des ehemaligen Rittergutes Lichtenberg (heutige Josef-Orlopp-Straße)

bis 1958
Bezug von sechs Wohnobjekten mit 146 Wohnungen (die ersten beiden Häuser nach eigener Projektierung und in traditioneller Bauweise

Die sechziger Jahre

Der Plattenbau auf Siegeszug

Industrieller Wohnungsbau war das Schlagwort der Sechziger in der DDR. Der herkömmliche Bauprozess wandelte sich zur Montage von Typenbauten aus standardisierten Fertigteilen. Dieser Bauprozess verlangte freies zusammenhängendes Gelände – die Folge: Es entstanden immer mehr so genannte Komplexstandorte. Andererseits boten diese Areale auch Vorteile, z. B. eine effiziente Wärmeversorgung der Wohnungen mit Fernwärme.

1962
es entstehen die ersten sechs Wohnobjekte im Großblockverfahren – heute Gustav-Zahnke-, Erich-Kuttner- und Ernst-Reinke-Straße; weitere fünf Wohnobjekte am Münsterlandplatz entstehen

ab 1963
Auflösung der AWG „Glückauf“ – die AWG EKL übernimmt drei Wohnobjekte in der Lincolnstraße

seit 1965
eigene Handwerker in fast allen Gewerken zur Instandhaltung

bis 1968
Bestand wächst auf 754 Wohnungen

1969
im „Hans-Loch-Viertel“ (heutige Sewanstraße/Friedrichsfelde-Süd) folgen die ersten zehngeschossigen Wohnbauten des Typs QP64

Die siebziger Jahre

Die „Erfindung“ des Massenwohnungsbaus

Die Siebziger waren die Jahre der Taktstraßen: Aus vorgefertigten Bauteilen wurden komplett neue Straßenzüge und Stadtteile geschaffen. WBS 70 mit 18 Stunden Herstellungszeit für eine Wohnung war der meist gebaute Plattentyp des Jahrzehntes. Ab 1972 entstand mit dem Fennpfuhl die erste zusammenhängende Plattenbau-Großsiedlung der DDR. Seitdem leben hier mehr als 31.000 Menschen – nahe der City und doch im Grünen. Ein Großteil der Mieter des Wohngebietes lebt unter dem Dach der WGLi.

bis 1971
die AWG EKL bekommt weitere 2.012 Wohnungen für ihren Bestand; Änderung des Musterstatuts für AWG per Gesetz – die Rechte werden eingeschränkt – genossenschaftliche Grundsätze wie Selbstverantwortung und Selbstverwaltung bis zum Ende der DDR ausgehebelt

1972 bis 1977
im Zuge der Bebauung des Wohngebietes Fennpfuhl-Ost übernimmt die AWG EKL weitere 75 Wohnobjekte mit 7.723 Wohnungen

Wohnungsbestand der AWG wächst auf 10.489 Wohnungen –
darunter Ein-, Zwei-, Drei-, Vier- und Fünf-Zimmer-Wohnungen;
gesamte Wohnfläche: 597.585,89 Quadratmeter,
über 30.000 Menschen wohnen und leben unter dem Dach der AWG

Die achtziger Jahre

Versuche, das Wohnungsproblem zu lösen

Bis 1990 sollte die Wohnungsfrage in der DDR gelöst sein. Obwohl auch in den Achtzigern weiter auf den „schnellen“ Plattenbau gesetzt wurde, standen Ende des Jahrzehnts einem rechnerischen Überschuss von 290.000 Wohnungen noch 780.000 unerledigte Wohnanträge gegenüber. Zu viele Altbau-Wohnungen waren in katastrophalem Zustand und so nicht vermietbar. Um dem fortschreitenden Verfall der Altbausubstanz wenigstens etwas entgegenzuwirken, wurde ein Schwerpunkt des Wohnungsbaus jetzt auf die Sanierung der innerstädtischen Bereiche konzentriert.

1983
Reparaturfond in Höhe von 5,5 Mio. Mark wird ersatzlos vom Staat eingezogen – künftig alle Reparaturen aus dem Staatshaushalt: Instandhaltung und Schäden an den Gebäuden wurden von Jahr zu Jahr mehr

Herbst 1989
mit der Wende und auf dem Weg zur staatlichen Einheit Deutschlands begibt sich die AWG EKL in den Geltungsbereich des Genossenschaftsgesetzes der Bundesrepublik Deutschland

Die neunziger Jahre

Ein gigantisches Sanierungs- und Modernisierungsprogramm

Mit der Wende änderte sich auch für die Arbeiterwohnungsbaugenossenschaften (AWG) alles grundlegend: Aktivierung des Genossenschaftsgedankens, Mitbestimmung der Mitglieder, Modernisierung der Häuser und Wohnungen. Es bedurfte gewaltiger Anstrengungen, den kompletten Wohnbestand sowie das Umfeld auf die Höhe der Zeit zu bringen. Bis 2001 wurden dank eines gigantischen Sanierungs- und Modernisierungsprogramms, für die mehr als 30.000 hier wohnenden Menschen, Wohnbedingungen zum Wohlfühlen geschaffen.

1. Juli 1990
Wirtschafts- und Währungsunion macht für die AWG EKL eine DM-Eröffnungsbilanz erforderlich, verbunden mit einer Neubewertung der Gebäude- und Wohnungsbestände

26. September 1990
neuer Name und neue Satzung wird beschlossen: die WGLi Wohnungsgenossenschaft Lichtenberg e.G. ist geboren; Wahl eines amtierenden Aufsichtsrates

17. Dezember 1990
1. ordentliche Vertreterversammlung der WGLi
Ziele werden definiert:

  • die Genossenschaft erhalten und weiterentwickeln,
  • wirtschaftlichen Schaden von ihr und ihren Mitgliedern abwenden
  • die Wohn- und Lebensqualität der Mitglieder schrittweise verbessern

27. Nov. 1991
Eintrag der WGLi Wohnungsgenossenschaft Lichtenberg e.G. ins Genossenschaftsregister beim Amtsgericht Charlottenburg (Registriernummer 94 GnR 459 Nz)

seit 1992
umfassende Bauzustandsanalyse: beschreibt den aus DDR-Zeit „übernommenen“ und zum Teil sehr mangelhaften baulichen Zustand des Gebäude- und Wohnungsbestandes

Prioritäten-Katalog: nimmt Sanierungserfordernisse nach Dringlichkeit gestaffelt auf

schrittweise Modernisierung und Instandsetzung (zum Teil mit beträchtlichen Fördermitteln)

1993-1997
WGLi – erstes Ostberliner Unternehmen, das alle Wohnungen mit Kalt- und Warmwasserzählern sowie Heizkörpern mit Thermostatventilen und Heizkostenverteilern ausstattet

weitreichende Konsequenzen des Altschuldenhilfe-Gesetzes (AHG/Dezember 1993): u. a. die Umwandlung der WGLi Wohnungsgenossenschaft Lichtenberg e.G. in eine eigentumsorientierte Genossenschaft

August 1998
Sendebeginn des genossenschaftseigenen Informationsprogrammes WGLi-TV auf eigenem Kanal im Breitbandkabelnetz

Die Jahrtausendwende

Service und Individualität stehen im Mittelpunkt

Moderne, energiesparende Wohnungen sowie ein gepflegtes Umfeld sind nun Standard. Jetzt kommt es darauf an, für jede Zielgruppe individuelle Angebote für jede Wohnform zur Verfügung zu stellen: Vom Azubi, Party-Typ oder Couch-Potatoe, über Familien jeder Couleur bis zu maßgeschneiderten Wohn-Paketen (auch mit Betreuung) im Alter. Neben Individualität und Zweckmäßigkeit der Wohnung spielen zunehmend Service-Leistungen eine Rolle, die den Alltag erleichtern und das Leben in der Gemeinschaft noch attraktiver machen: Vom Einkaufen über Essen auf Rädern bis zur Partyausstattung. Von der Glas- und Wohnungsreinigung über die mobile Fußpflege bis zur Medikamentenlieferung.Auch hier hat die WGLi eine Vorreiterrolle übernommen.

Sommer 2000
Mitarbeiter der WGLi ziehen in moderne Geschäftsstellenräume des neu erbauten Wohn- und Geschäftshauses Landsberger Allee 180 A-D

29. Aug. 2000
Zweites Altschuldenhilfe-Änderungsgesetz tritt in Kraft – das veranlasst die WGLi, den AHG-Schlussbescheid zu beantragen

Juni 2001
Privatisierungsbemühungen gemäß AHG anerkannt, Zahlungsverpflichtungen gegenüber Erblastentilgungsfonds erfüllt – das ist ein großer Erfolg

Ende 2001
Paul-Junius-Straße 56: Montage der letzten Keramik-Fassaden-Fliese – das umfangreiche und ehrgeizige Modernisierungs- und Instandsetzungsprogramm der WGLi in seinen Hauptbestandteilen vorfristig erfüllt

Ergebnisse der Sanierung und Modernisierung:

  • immense Energieeinsparung durch modernste Wärmedämmung von Fassaden, Dächern und Fenstern
  • gepflegte Wohnumgebung
  • neue Hauseingangstüren sowie sanierte und – je nach Mitgliederwunsch – verglaste Loggien
  • Einbau neuer Heizstationen und Erneuerung der Heizungssysteme; per 31. Dezember 2001 investiert die WGLi rund 333,4 Mio. Euro in die Sanierung der 116 Wohnobjekte mit 10.489 Wohnungen; hinzu kommen 9,2 Mio. Euro für Wohnumfeldmaßnahmen

2002
Mitglieder- und Mieterbefragung: hoher Grad an Wohnzufriedenheit

2003
geprägt von der weiteren Ausgestaltung des Dienstleistungscharakters der WGLi zum Wohle ihrer mehr als 10.000 Mitglieder und Mieter

November 2003
alle WGLi-Haushalte sind an das neue Multimedianetz angeschlossen

September 2005
Enthüllung der ersten ENERGIETAFEL Berlins am WGLi-„Regenbogenhaus“, Möllendorffstraße 56. „Alles im grünen Bereich“ lautet die Hauptaussage, denn die warmen Betriebskosten wurden von 1,04 Euro (1992) im WGLi-Durchschnitt auf 0,50 Euro (2005) gesenkt

2006
Fenny und Fried, die Werbefiguren und Sympathieträger der WGLi, gehören nun zum Erscheingnungsbild der Genossenschaft

Oktober 2007
Eröffnung des Wohnprojektes „WGLi-Service-Wohnen“ in der Dolgenseestraße 3; zusammen mit der DRK PflegeService Müggelspree GmbH ermöglicht die WGLi den Mitgliedern und Mietern ein langes, selbstbestimmtes und betreutes Wohnen in den eigenen 4 Wänden

November 2007
Verleihung eines Müllpasses für die Anstrengungen zur Senkung der Betriebskosten: Gelbe Tonne plus, optimales Abfallmanagement, Mülltrennung, Spartipps für den Haushalt

1. November 2007
ein genossenschaftseigener Videotext kann am heimischen Fernsehgerät bequem per Fernbedienung abgerufen werden

19. November 2007
Eintrag der neuen Satzung der WGLi beim Registergericht

April 2008
Die WGLi wird 999. Mitglied der "Fördergemeinschaft von Tierpark und Zoo e.V."

27. Juni 2008
Eröffnung des 2. WGLi-Nachbarschaftstreffs in der Mellenseestraße 24 mit Vorschlägen zur Wohnraumanpassung hinsichtlich senioren- und behindertenfreundlicher Wohnungen

2. April 2009
Verleihung des Signets "Berlin barrierefrei" durch die Lichtenberger Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich an den WGLi-Nachbarschaftstreff MELLE24 in Friedrichsfelde